Wachwerden mit Lust auf Kaffee und sich dafür nicht in den Speisesaal bewegen müssen. Toll. Zum Frühstück hören wir die wunderbar melancholische, eindringliche Musik aus dem Iran, die wir mitgebracht haben. Dabei auf Mines Gesicht oberhalb der Augenbrauen Schweißperlen und unterhalb der Augenbrauen gerührte Tränen. Man kann nicht durcheinanderkommen mit dem Feuchten. Die Musik ist hinreißend, man könnte sich versenken in sie oder von ihr herausreißen lassen aus etwas. Je nachdem. Der Tag geht in einem einzigen glücklichen Gefühl dahin, begleitet von Schwimmen, ein bißchen Putzen, Wäsche waschen, Kochen, Essen, Sitzen und Gucken.
Speiseplan: Kisir mit Weinblättern und Minze dazu.
Dienstag, 7. Juli 2009
3.7.09 Erdemli
Der Bekannte, Dervis, von Ramazan bringt uns den Schlüssel für die Wohnung in Erdemli und Mines Augentropfen in unser Hotel. Dank an Ramazan, daß er alles so gut organisiert hat. Dervis beklagt, daß wir in Adana, in seiner Stadt, sind und ins Hotel gehen - eine Unmöglichkeit scheint es. Wir hätten bei seiner Familie übernachten sollen. Das Klima in Adana ist wie im Dschungel, warm und feucht. Dervis behauptet allerdings, daß es zur Zeit in Deutschland noch heißer ist und er froh sei, es in Adana etwas kühler zu haben.
Wir denken dennoch, daß uns in dieser Region nur noch das Meer retten kann und planen, bald aufzubrechen nach Erdemli.
Vorher will ich in Adana nochmal nach dem Schmuckladen suchen, in dem wir vor zwei Jahren einen sehr schönen alten Ring gekauft haben. Mit unserer bisherigen Ausbeute an Schmuck auf dieser immerhin langen Reise kann man die Sammlung wirklich nicht voranbringen. Wir stapfen also in der Hitze los. Und wirklich ein paar wunderbare Gelegenheiten zum Kauf in einem Laden (eine große Gürtelschnalle aus Afghanistan, eine runde Metallplatte für den Kopf mit Gehänge dran). Wir kaufen nicht gleich, wollen noch ein bißchen weiter und finden wirklich den Laden von damals. Der Sohn betreibt ihn inzwischen und plötzlich kommt auch der Vater rein, der nur etwas abholen wollte, sonst eigentlich nie da ist. Wir erkennen uns gegenseitig wieder. Er hat uns damals den Ring von der Hand seiner Frau (die einverstanden war, weil sie so viel alten Schmuck von ihrem Mann im Laufe der Jahre bekommen hat) verkauft. Wir unterhalten uns ein bißchen und er sagt, was für ein Zufall es sei, denn er kommt nur, um etwas abzuholen, will eigentlich (mit etlichen Kilo Silberschmuck im Kofferraum) nach Erdemli. Wir doch auch. Gerne nimmt er uns mit. All unsere Schmuckkäufe können also wieder nicht abgeschlossen werden, weil es gleich losgehen soll. Wir kaufen zwei zierliche kleine Ketten, lassen die Brocken, mit denen wir liebäugeln, aber da, weil man sich ja so schnell nicht entscheiden kann. Wir holen unsere Rucksäcke im Hotel und fahren klimatisiert bis vor die Haustür in Erdemli. Super. Er ist ein ganz netter Mann und Mine unterhält sich mit ihm über Gott und die Welt, seine Familie, den Iran und das Sorgenkind seiner Familie, den Bruder. Er hat sich ganz dissozial entwickelt und lügt und betrügt, wo er geht und steht und macht keine Ausnahmen. Keiner weiß, wie man damit umgehen soll, alle sind entsetzt und fragen sich, wie es so kommen konnte und wie man mit der eigenen Scham darüber in dieser ehrbaren und ehrlichen Familie umgehen soll. Wie persönlich die Leute sind und wie offen und menschlich. Das erstaunt einen wirklich.
Wir schließen die Wohnung auf und sind so wahnsinnig froh, einen so luftigen, großen, privaten Ort zu haben. Die Grünanlanlagen sind schön gemacht alles blüht üppig: Hibiskus, Oleander, Bougainvillea. Die Palmen wiegen ihr Grün in der Brise. Der Pool wird gerade mit frischem Wasser gefüllt. Das Meer leuchtet uns grün und blau vom Balkon entgegen.
Wir gehen Lebensmittel einkaufen und essen in einem kleinen Restaurant unter Zitronenbäumen Salat und Lamacun und trinken Ayran. Danach gehen wir an den Strand und nehmen ein erstes Bad im Meer, was immer herrlich ist. Es folgt Eisessen am Strand, das köstliche Marascheis, zäh und fest und doch cremig. Zu Hause putzen wir ein wenig, machen das Bett und bringen vor allem das Moskitonetz an. Dann wird gekocht: gebratene Aubergine, Kartoffeln, Zwiebeln und Paprika, dazu Portulaksalat mit viel Koblauch und Zitrone und Brot. Dann Tee und Backgammon und Musik. Wir sind ganz glücklich mit dem Meer und dem Tag und der Aussicht, hier ein paar Tage verbringen zu können.
Wir denken dennoch, daß uns in dieser Region nur noch das Meer retten kann und planen, bald aufzubrechen nach Erdemli.
Vorher will ich in Adana nochmal nach dem Schmuckladen suchen, in dem wir vor zwei Jahren einen sehr schönen alten Ring gekauft haben. Mit unserer bisherigen Ausbeute an Schmuck auf dieser immerhin langen Reise kann man die Sammlung wirklich nicht voranbringen. Wir stapfen also in der Hitze los. Und wirklich ein paar wunderbare Gelegenheiten zum Kauf in einem Laden (eine große Gürtelschnalle aus Afghanistan, eine runde Metallplatte für den Kopf mit Gehänge dran). Wir kaufen nicht gleich, wollen noch ein bißchen weiter und finden wirklich den Laden von damals. Der Sohn betreibt ihn inzwischen und plötzlich kommt auch der Vater rein, der nur etwas abholen wollte, sonst eigentlich nie da ist. Wir erkennen uns gegenseitig wieder. Er hat uns damals den Ring von der Hand seiner Frau (die einverstanden war, weil sie so viel alten Schmuck von ihrem Mann im Laufe der Jahre bekommen hat) verkauft. Wir unterhalten uns ein bißchen und er sagt, was für ein Zufall es sei, denn er kommt nur, um etwas abzuholen, will eigentlich (mit etlichen Kilo Silberschmuck im Kofferraum) nach Erdemli. Wir doch auch. Gerne nimmt er uns mit. All unsere Schmuckkäufe können also wieder nicht abgeschlossen werden, weil es gleich losgehen soll. Wir kaufen zwei zierliche kleine Ketten, lassen die Brocken, mit denen wir liebäugeln, aber da, weil man sich ja so schnell nicht entscheiden kann. Wir holen unsere Rucksäcke im Hotel und fahren klimatisiert bis vor die Haustür in Erdemli. Super. Er ist ein ganz netter Mann und Mine unterhält sich mit ihm über Gott und die Welt, seine Familie, den Iran und das Sorgenkind seiner Familie, den Bruder. Er hat sich ganz dissozial entwickelt und lügt und betrügt, wo er geht und steht und macht keine Ausnahmen. Keiner weiß, wie man damit umgehen soll, alle sind entsetzt und fragen sich, wie es so kommen konnte und wie man mit der eigenen Scham darüber in dieser ehrbaren und ehrlichen Familie umgehen soll. Wie persönlich die Leute sind und wie offen und menschlich. Das erstaunt einen wirklich.
Wir schließen die Wohnung auf und sind so wahnsinnig froh, einen so luftigen, großen, privaten Ort zu haben. Die Grünanlanlagen sind schön gemacht alles blüht üppig: Hibiskus, Oleander, Bougainvillea. Die Palmen wiegen ihr Grün in der Brise. Der Pool wird gerade mit frischem Wasser gefüllt. Das Meer leuchtet uns grün und blau vom Balkon entgegen.
Wir gehen Lebensmittel einkaufen und essen in einem kleinen Restaurant unter Zitronenbäumen Salat und Lamacun und trinken Ayran. Danach gehen wir an den Strand und nehmen ein erstes Bad im Meer, was immer herrlich ist. Es folgt Eisessen am Strand, das köstliche Marascheis, zäh und fest und doch cremig. Zu Hause putzen wir ein wenig, machen das Bett und bringen vor allem das Moskitonetz an. Dann wird gekocht: gebratene Aubergine, Kartoffeln, Zwiebeln und Paprika, dazu Portulaksalat mit viel Koblauch und Zitrone und Brot. Dann Tee und Backgammon und Musik. Wir sind ganz glücklich mit dem Meer und dem Tag und der Aussicht, hier ein paar Tage verbringen zu können.
2.7.09 Adana
Mit dem Zug geht aus laut Fahrplan um viertel vor acht von Malatya nach Adana. Mit ein bißchen Verspätung geht es dann auch los. Acht Stunden brauchen wir für die 400km. Es ist sehr warm im Zug, die Fenster sind immer auf und es weht schön durch das Abteil. Wir freuen uns an dem Blick aus dem Fenster entlang vieler Flüsse und Seen und über Berg und Tal. Sehen eine feuchte Wiese mit sicher mehr als hundert Störchen. Fahren vor Adana durch die fruchtbare Ebene, die sich Chukorova nennt. Hier ist das Land so fruchtbar, daß alles wächst: Paprika, Auberginen, Mais, Getreide, Tomaten, Gurken. Hier braucht es keine Gewächshäuser, um mehrfach im Jahr zu ernten. Ein Bekannter von Mine hat hier als Erntehelfer gearbeitet. Er hat erzählt, daß er sich abends zum Schlafen zwischen zwei Gurkenreihen gelegt hat und morgens wach wurde, weil ihn die über nacht gewachsenen Gurken überall drückten. Hier ist Sonne ohne Ende und durch den Aufstau des Ceyhan und Seyhan gibt es Wasser in Hülle und Fülle. Kommen durchweicht in Adana an und gehen in das erste Hotel am Wegesrand zum Duschen. Gehen dann essen und können uns zu wenig mehr aufraffen, da es so wahnsinnig warm und feucht ist.
Wollen uns morgen mit einem Bekannten von Ramazan treffen, der heute aus Deutschland nach Adana kommt. Er bringt uns Mines wichtige Augentropfen und den Schlüssel für die Wohnung in Erdemli.
Wollen uns morgen mit einem Bekannten von Ramazan treffen, der heute aus Deutschland nach Adana kommt. Er bringt uns Mines wichtige Augentropfen und den Schlüssel für die Wohnung in Erdemli.
1.7.09 Malatya
Beginnen den Tag mit einem Besuch im Museum. Hier sind Funde von Grabungen vor dem Staudammbau bei Malatya und aus Arslantepe zu sehen. Das Museum ist sicher eines der besten, die wir in der Türkei gesehen haben. Danach gehen wir Kaffetrinken. Sitzen im Schatten unter den Bäumen. Ein Mann kommt auf uns zu, will uns Socken verkaufen. Sie sind sehr günstig, nur 1,5 NTL (=70 Cent). Wir wollen keine Socken. Der Mann kämpft weiter um seine potenziellen Abnehmer. Für uns ist das ganze eher lustig, für ihn gar nicht: “Nun kauft doch wenigstens eine Socke, ist doch nicht teuer, nehmt doch mit, ich muß doch auch ein bißchen Geld nach Hause bringen, es gibt doch keine Arbeit.” Zwischen unseren Kaffetassen liegen etliche Exemplare. Wir geben ihm das Geld, wollen aber keine Socke dafür haben, wegen des Gepäcks. Wir kriegen viele Gebete dafür, “allah lazi olsun”, Gott soll mit uns zufrieden sein.
Wir laufen durch das 35°C warme schöne Malatya, vorbei an vielen modernen Cafes und Läden zur Haltestelle für die Minibusse nach Yesilyurt und Gündüzbey, zwei kleinen Orten außerhalb der Stadt im Grünen. Dort laufen wir ein bißchen an den schönen alten Häusern und Häuserzeilen entlang. In Gündüzbey setzen wir uns an den Dorfplatz. Hier stehen viele Bänke im Schatten unter großen Platanen, entlang eines kleinen Kanals und nahe einem plätschernden Brunnen. Aus einer Wasserstelle trinken wir ganz kaltes Wasser aus den Bergen und begießen die Füße. Es ist ein wunderschöner Ort und wir breiten uns mehr und mehr aus, holen Kirschen und essen sie, trinken Tee und Kaffee, blättern in der türkischen Newsweek und erholen uns von der Hitze. Rentner lesen Zeitung, junge Leute unterhalten sich, Familien essen Kirschen, die aus dieser Region berühmt sind in der Türkei. Bummeln dann durch das Dorf mit den schönen alten Häusern, finden am Dorfende einen Hohlweg, der zwischen die Gärten führt. Das üppige Grün rechts und links des Weges wird durch einen Zaun aus eng nebeneinander in den Boden gesteckten Zweigen und Stöcken, zum Teil durch quer verlaufendes Flechtwerk verbunden, zurückgehalten. Dieser Zaun aus Zweigen ist fast mannshoch. Auf dem Boden liegen viele viele Maulbeeren, zum Teil trocken, zum Teil noch frisch auf fest getretener Erde. Über die Zäune rankt das Grün der Gärten, trifft sich über einem zu einem grünen Dach. Durch das Blattwerk fällt das Sonnenlicht und wirft bunte Schatten auf alles. Durch diesen Tunnel gehen wir so weit es geht. Sie sind wunderschön diese alten Dorfwege. Zwei Jungen rufen uns schon bevor wir ganz eintauchen in den Weg hinterher, daß es da nicht weitergeht. Als wir am Ende des Weges umkehren beobachtet uns aus einiger Entfernung eine junge Frau zusammen mit den zwei Jungs. Wir gehen auf sie zu und sprechen ein paar Worte, um ihre scheinbare Skepsis zu zerstreuen. Als wir beim Zurückgehen an ihr Haus kommen, läd sie uns ein, hereinzukommen. Das ist so erstaunlich, daß die Kinder ohne Scheu und mit großer Selbstverständlichkeit Fremde mit nach Hause bringen können. Sie entscheiden das und immer sind wir selbstverständlich eingelassen worden, ohne daß die Kinder sich erklären mußten oder einen ermahnenden Blick geerntet haben von den Erwachsenen. Das war immer völlig in Ordnung, jemanden nach Hause zu bringen. In dem schattigen Innenhof, der mit Wein überrankt ist, steht auch das Bett der kranken Oma. Sie sitzt mit einer Trachealkanüle auf dem ganz ordentlichen Bett, von Kissen gestützt. Neben sich ein Inhaliergerät und Taschentücher. Sie sieht wirklich krank aus. Auch sie ist überhaupt kein Hindernis, uns zu empfangen. Wir kommen an den Tisch und gleich wird Tee heiß gemacht und Kirschen und Aprikosen und Pflaumen gewaschen, dann frisches Brot und leckerer Käse (speziell aus der Region) geholt und dann noch Tomaten und Gurken und extra kaltes Wasser. Da ist die Tochter und die Schwiegertochter des Hauses und der Opa und die Oma und ein Enkel und zwei Enkelinnen. Immer wieder fällt einem etwas ein, was uns schmecken könnte und er rennt los. Nachdem wir uns eine Weile unterhalten haben über die alten Häuser im Ort, die Gärten, das Dorf, die Pläne der Enkelkinder und die Krankheit der Oma machen wir Fotos mit der ganzen Familie, zuletzt alle am und auf dem Bett der Oma und dann nur Oma und Opa. Das freut alle und auch die Oma lächelt beim Betrachten der Bilder. Dann kriegen wir noch den Garten gezeigt und Sauerkirschen werden gepflückt für uns und Minze und wir sollen wiederkommen und mit dem Austauschen vieler Wünsche und Hinterherwinken gehen wir satt und glücklich und bewegt von so viel Liebenswürdigkeit und Nähe. Wenige Häuser weiter wird der verstobene Opa betrauert und wir sollen unbedingt Tee trinken und Essen. So könnte es immer weiter gehen.
Fahren zurück nach Malatya und gehen essen, Frauen haben einen Imbiß mit Hausmannskost und es schmeckt köstlich. Wir ziehen Geld, telefonieren mit dem Bahnhof wegen morgen und gehen müde heim.
Wir laufen durch das 35°C warme schöne Malatya, vorbei an vielen modernen Cafes und Läden zur Haltestelle für die Minibusse nach Yesilyurt und Gündüzbey, zwei kleinen Orten außerhalb der Stadt im Grünen. Dort laufen wir ein bißchen an den schönen alten Häusern und Häuserzeilen entlang. In Gündüzbey setzen wir uns an den Dorfplatz. Hier stehen viele Bänke im Schatten unter großen Platanen, entlang eines kleinen Kanals und nahe einem plätschernden Brunnen. Aus einer Wasserstelle trinken wir ganz kaltes Wasser aus den Bergen und begießen die Füße. Es ist ein wunderschöner Ort und wir breiten uns mehr und mehr aus, holen Kirschen und essen sie, trinken Tee und Kaffee, blättern in der türkischen Newsweek und erholen uns von der Hitze. Rentner lesen Zeitung, junge Leute unterhalten sich, Familien essen Kirschen, die aus dieser Region berühmt sind in der Türkei. Bummeln dann durch das Dorf mit den schönen alten Häusern, finden am Dorfende einen Hohlweg, der zwischen die Gärten führt. Das üppige Grün rechts und links des Weges wird durch einen Zaun aus eng nebeneinander in den Boden gesteckten Zweigen und Stöcken, zum Teil durch quer verlaufendes Flechtwerk verbunden, zurückgehalten. Dieser Zaun aus Zweigen ist fast mannshoch. Auf dem Boden liegen viele viele Maulbeeren, zum Teil trocken, zum Teil noch frisch auf fest getretener Erde. Über die Zäune rankt das Grün der Gärten, trifft sich über einem zu einem grünen Dach. Durch das Blattwerk fällt das Sonnenlicht und wirft bunte Schatten auf alles. Durch diesen Tunnel gehen wir so weit es geht. Sie sind wunderschön diese alten Dorfwege. Zwei Jungen rufen uns schon bevor wir ganz eintauchen in den Weg hinterher, daß es da nicht weitergeht. Als wir am Ende des Weges umkehren beobachtet uns aus einiger Entfernung eine junge Frau zusammen mit den zwei Jungs. Wir gehen auf sie zu und sprechen ein paar Worte, um ihre scheinbare Skepsis zu zerstreuen. Als wir beim Zurückgehen an ihr Haus kommen, läd sie uns ein, hereinzukommen. Das ist so erstaunlich, daß die Kinder ohne Scheu und mit großer Selbstverständlichkeit Fremde mit nach Hause bringen können. Sie entscheiden das und immer sind wir selbstverständlich eingelassen worden, ohne daß die Kinder sich erklären mußten oder einen ermahnenden Blick geerntet haben von den Erwachsenen. Das war immer völlig in Ordnung, jemanden nach Hause zu bringen. In dem schattigen Innenhof, der mit Wein überrankt ist, steht auch das Bett der kranken Oma. Sie sitzt mit einer Trachealkanüle auf dem ganz ordentlichen Bett, von Kissen gestützt. Neben sich ein Inhaliergerät und Taschentücher. Sie sieht wirklich krank aus. Auch sie ist überhaupt kein Hindernis, uns zu empfangen. Wir kommen an den Tisch und gleich wird Tee heiß gemacht und Kirschen und Aprikosen und Pflaumen gewaschen, dann frisches Brot und leckerer Käse (speziell aus der Region) geholt und dann noch Tomaten und Gurken und extra kaltes Wasser. Da ist die Tochter und die Schwiegertochter des Hauses und der Opa und die Oma und ein Enkel und zwei Enkelinnen. Immer wieder fällt einem etwas ein, was uns schmecken könnte und er rennt los. Nachdem wir uns eine Weile unterhalten haben über die alten Häuser im Ort, die Gärten, das Dorf, die Pläne der Enkelkinder und die Krankheit der Oma machen wir Fotos mit der ganzen Familie, zuletzt alle am und auf dem Bett der Oma und dann nur Oma und Opa. Das freut alle und auch die Oma lächelt beim Betrachten der Bilder. Dann kriegen wir noch den Garten gezeigt und Sauerkirschen werden gepflückt für uns und Minze und wir sollen wiederkommen und mit dem Austauschen vieler Wünsche und Hinterherwinken gehen wir satt und glücklich und bewegt von so viel Liebenswürdigkeit und Nähe. Wenige Häuser weiter wird der verstobene Opa betrauert und wir sollen unbedingt Tee trinken und Essen. So könnte es immer weiter gehen.
Fahren zurück nach Malatya und gehen essen, Frauen haben einen Imbiß mit Hausmannskost und es schmeckt köstlich. Wir ziehen Geld, telefonieren mit dem Bahnhof wegen morgen und gehen müde heim.
30.6.09 Malatya
Fahren mit dem Dolmus nach Battalgazi (Alt Malatya).In dem Dorf liegen die Rouinen des alten Malatya mit Resten einer Stadtmauer, der schön restaurierten großen Moschee (Ulu cami), einer alten Karawanserei, die gerade restauriert wird und vielen verstreuten alten Bauwerken. Die Sache ist schweißtreibend und wir setzen uns danach auf den Dorfplatz in den Teegarten. Der ist eigentlich nur für Männer, aber wir setzen uns ein bißchen abseits unter die Bäume und werden natürlich geduldet und bewirtet. Eine Oma kommt und bettelt. Ihr Sohn sei gestorben und dessen Frau ist auf und davon und hat ihr die zwei Kinder gelassen und die muß sie jetzt irgendwie durchbringen, arbeiten kann sie doch nicht mehr. Wie sie das so erzählt, kann man das eins zu eins glauben. Wir geben ein bißchen und wünschen ihr alles Gute und sie zieht weiter. In so einem kleinen Dorf wird sie bestimmt hier und da Unterstützung bekommen, die Menschen kennen sich ja alle. Leid kann sie einem dennoch tun. Ganz bestimmt.
Wir beschließen, nach Arslantepe zu fahren, die archäologische Grabungsstätte eines späthethitischen Stadtstaates, ca. 3000Jahre alt. Hier graben Italiener von der Uni Rom mehrere Wochen im Jahr und in Begleitung kann man über das Gelände gehen. Wir waren ja schon in Hattusa in der Nähe von Bogazkale, der alten Hauptstadt der Hethiter. Als die Phrygier um 1200 vor Chr. das Hethiterreich in Bogazkale überfielen, flüchteten die Hethiter über das Taurusgebirge und ließen sich in der Region des heutigen Malatya nieder. Wir klingeln an der Pforte des Grabungskomplexes und bekommen aufgemacht. Zur Zeit wird nicht gegraben, aber zwei türkische nichtwissenschaftliche Mitarbeiter und Aufpasser sind da. Wir werden mit Erklärungen über den Hügel geführt und was wir verstehen, ist interessant. Der Ausblick vom Hügel auf den See und die umliegenden Berge und Dörfer ist sehr schön. Danach sind wir alle schweißgebadet. Es werden Sekerpari (süße Aprikosenart) und Pflaumen gepflückt (Mine hält die Leiter) und wir sitzen im Camp der Archäologen unter den Bäumen und essen und unterhalten uns sehr nett. Ich streife ein bißchen über das Gelände und mache Fotos von den hunderten von Kisten, die dort beschriftet und voller Scherben stehen und den langen Tischen, wo die Funde sortiert werden. Als wir aufbrechen werden wir von dem Mitarbeiter noch bis an die Straße begleitet. Ein Bekannter von ihm im Auto hält als er ihn sieht und fragt, ob er in die Stadt mitgenommen werden will. Will er nicht, aber gerne werden auch wir mitgenommen. So problemlos geht das oft. Unser dankbares Motto, wenn sich alles so schön fügt und man so paradiesgleich und gut aufgehoben ist: “Bir eli yaga, bir eli balda” (“eine Hand in Honig, eine Hand in Butter” ). Machen Pause im Hotel und duschen. Gehen dann in unser schönes Restaurant Nostalji vom Vortag und essen Gözleme, Manti, Icli Köfte. Danach suchen wir endlich mal wieder ein Internetcafe auf und gucken Mails durch und schreiben ein wenig. Endlich mal ein Internetcafe, das nicht in einem dunklen Keller liegt und wo man etwas Platz hat zwischen den Computern und einem nicht der Schweiß runterläuft. Schon lange komme ich mit meinem Computer nicht mehr ins Internet, weder über LAN noch WLAN-Verbindungen. Wir fragen den jungen Mann am Tresen, ob er mal gucken kann. Er vertieft sich wohlgemut, bekommt es aber nicht hin, verweist auf einen Freund, der so was kann. Gerade besprechen wir, daß ich ihm den PC gerne da lasse, als er zur Tür hereinkommt. Auch er vertieft sich und kriegt es nach langem Werkeln scheinbar auch hin. Jetzt muß nur noch mein live-Test folgen. Wir freuen uns jedenfalls sehr über den potenziellen Fortschritt. Geld will er nicht haben. Wahnsinn, die Leute sind einfach nett. Wir lassen was da für Kaffee und Eis...Rufen auf dem Weg nach Hause meinen Schwager an, der Geburtstag hat. An der Telefonzelle vor der großen Moschee singen wir für ihn.
Wir beschließen, nach Arslantepe zu fahren, die archäologische Grabungsstätte eines späthethitischen Stadtstaates, ca. 3000Jahre alt. Hier graben Italiener von der Uni Rom mehrere Wochen im Jahr und in Begleitung kann man über das Gelände gehen. Wir waren ja schon in Hattusa in der Nähe von Bogazkale, der alten Hauptstadt der Hethiter. Als die Phrygier um 1200 vor Chr. das Hethiterreich in Bogazkale überfielen, flüchteten die Hethiter über das Taurusgebirge und ließen sich in der Region des heutigen Malatya nieder. Wir klingeln an der Pforte des Grabungskomplexes und bekommen aufgemacht. Zur Zeit wird nicht gegraben, aber zwei türkische nichtwissenschaftliche Mitarbeiter und Aufpasser sind da. Wir werden mit Erklärungen über den Hügel geführt und was wir verstehen, ist interessant. Der Ausblick vom Hügel auf den See und die umliegenden Berge und Dörfer ist sehr schön. Danach sind wir alle schweißgebadet. Es werden Sekerpari (süße Aprikosenart) und Pflaumen gepflückt (Mine hält die Leiter) und wir sitzen im Camp der Archäologen unter den Bäumen und essen und unterhalten uns sehr nett. Ich streife ein bißchen über das Gelände und mache Fotos von den hunderten von Kisten, die dort beschriftet und voller Scherben stehen und den langen Tischen, wo die Funde sortiert werden. Als wir aufbrechen werden wir von dem Mitarbeiter noch bis an die Straße begleitet. Ein Bekannter von ihm im Auto hält als er ihn sieht und fragt, ob er in die Stadt mitgenommen werden will. Will er nicht, aber gerne werden auch wir mitgenommen. So problemlos geht das oft. Unser dankbares Motto, wenn sich alles so schön fügt und man so paradiesgleich und gut aufgehoben ist: “Bir eli yaga, bir eli balda” (“eine Hand in Honig, eine Hand in Butter” ). Machen Pause im Hotel und duschen. Gehen dann in unser schönes Restaurant Nostalji vom Vortag und essen Gözleme, Manti, Icli Köfte. Danach suchen wir endlich mal wieder ein Internetcafe auf und gucken Mails durch und schreiben ein wenig. Endlich mal ein Internetcafe, das nicht in einem dunklen Keller liegt und wo man etwas Platz hat zwischen den Computern und einem nicht der Schweiß runterläuft. Schon lange komme ich mit meinem Computer nicht mehr ins Internet, weder über LAN noch WLAN-Verbindungen. Wir fragen den jungen Mann am Tresen, ob er mal gucken kann. Er vertieft sich wohlgemut, bekommt es aber nicht hin, verweist auf einen Freund, der so was kann. Gerade besprechen wir, daß ich ihm den PC gerne da lasse, als er zur Tür hereinkommt. Auch er vertieft sich und kriegt es nach langem Werkeln scheinbar auch hin. Jetzt muß nur noch mein live-Test folgen. Wir freuen uns jedenfalls sehr über den potenziellen Fortschritt. Geld will er nicht haben. Wahnsinn, die Leute sind einfach nett. Wir lassen was da für Kaffee und Eis...Rufen auf dem Weg nach Hause meinen Schwager an, der Geburtstag hat. An der Telefonzelle vor der großen Moschee singen wir für ihn.
29.6.09 Malatya
Wir bringen das Auto vormittags zurück und zahlen dort (Sprit kostet 3,3 NTL pro Liter, das sind etwa 1,60 Euro und das bei einem Monatsgehalt einer Lehrerein von ca.1200 bis 1500 NTL). Wir ziehen Geld, zahlen das Hotel, organisieren die Weiterfahrt nach Malatya. Die Strecke ist zum Teil wieder wunderschön. An dem Stausee bei Malatya dann viele, viele der berühmten Aprikosenbäume. In Malatya ist es sehr warm, so 35°C. Mine geht am Otogar auf Toilette und ich setzte mich im Wartebereich mit dem Gepäck zu einer Oma. Sie hat zwei bunte Kopftücher um den Kopf, eins ist wie ein Turban gewickelt, sie sitzt in Socken. Die Schuhe stehen neben ihr. Sie ist ziemlich alt, dünn, zahnlos, voller Falten, mit Tätowierungen auf den Händen (wie viele Kurdinen das haben, oft auch auf Lippen und Stirn und Nase) , sehr munter, mit wachen Knopfaugen. Sie begrüßt mich freundlich mit einem “Hos geldiniz” (Herzlich willkommen), erkennt mich natürlich gleich als Fremde. Ein junger Mann kommt und will Tee verkaufen. Ich lehne dankend ab. Er ist ein bißchen nachdrücklich, will seinen Tee verkaufen. Die Oma sagt etwas zu ihm und er gibt mir einen Tee in die Hand mit einem Nicken zu der Oma. Ich verstehe, sie habe mich eingeladen. Ich ahne schon Schwierigkeiten. Die Oma nimmt “chok” (viele) Zuckerwürfel in den Tee. Nun will der junge Mann sein Geld. Sie ist erstaunt und kann nicht recht verstehen, damit hatte sie nicht gerechnet, daß sie zahlen soll. Ungläubig schaut sie den jungen Mann an. Nach dem Austausch weiterer Blicke, weniger Worte und mehr Zögern von Seiten der Oma als von Seiten des jungen Mannes, greift sie in ihr Dekollete, unter die vielen Schichten, tastet nach der Börse, zieht sie hervor (“Es ist nicht das ich kein Geld hätte, aber...”). Der Tee fällt vor lauter Hantieren um. Ihre Schuhe werden naß und ihre Socken auch und neben ihr ist eine große Teepfütze. Ich bin schneller und zücke mein Geld und zahle. Die Oma bekommt neuen Tee von dem jungen Mann. Ich versuche ihre Schuhe mit dem Taschentuch zu trocknen und der junge Mann holt einen Aufnehmer, weil die Oma die Pfütze im Rahmen ihres weiteren Hantierens nicht berücksichtigt und überhaupt ohne Sorge ist. Mine kommt endlich und ich erzähle kurz. Und richtig: das mit dem Bezahlen des Tees versteht die Oma nicht, findet es völlig abwegig und respektlos, einen Gast zahlen zu lassen und dann auch noch für Tee, das kann man doch nicht machen. Sie habe immer ein Lamm geschlachtet, wenn ein Gast kam und “wenn ihr zu mir kämt, ihr Süßen, würde ich auch ein Lamm schlachten” Sie lacht. “Aber nun sagt doch mal, wo wollt ihr denn hin?” Wir berichten. “Wenn ihr zu mir ins Dorf gekommen wäret, hättet ihr doch bei mir bleiben können, da hättet ihr doch kein Hotel gebraucht”. Wir wollen aber auch wissen, woher sie kommt und wohin sie will. Nach Ankara will sie und sich beschweren, über den Bürgermeister und die anderen im Dorf, die ihr ihren Garten weggenommen haben. Sie hatte alles Äpfel, Birnen, Weintrauben...alles. Sie will in Ankara zu den Behörden und das beklagen. Wir fragen uns wie sie die Reise und den Rest bewerkstelligen will, aber Proviant hat sie dabei. Wir wünschen ihr alles Gute. Sie ist entzückend und voller guter Ratschläge für uns und drückt uns und küßt uns zum Abschied. Wir sie auch.
Wir fahren mit dem Taxi in die Stadt und gehen in das empfohlene Zweisterne-Hotel Malatya Büyük Otel. Das Zimmer, das wir uns angucken ist blitzsauber, klein und fällt noch unter die Kategorie “freundlich”. Ich finde es “ok”, das “geht doch”. Mine guckt mich streng an “Reicht uns das denn?”. Naja. Wir gehen wieder an die Rezeption und Mine erklärt dort -wie ich später in der Übersetzung erfahre- wir kämen aus den Bergen und wären deren Weite gewöhnt und könnten es in solch einer Enge (wie dem Zimmer) einfach nicht aushalten. Der Mann versteht das zu meiner Überraschung sofort und gibt uns zwei miteinander verbundene Räume mit vier Betten. Super.
Wir ruhen ein bißchen und gehen dann in die quirlige Stadt. Finden ein schönes Restaurant in einem alten Malatyahaus und essen Hausmannskost: Manti und “Anali kizli” Köfte (“Mutter und Tochter”, große gefüllte Icliköftebällchen und kleine Bulgurkugeln in Soße). Danach ein wunderbarer Nachtisch (“cizciz” oder so ähnlich, frittierte Teigbällchen gefüllt mit Wallnüssen und darüber Sirup). Danach gehen wir noch auf den Basar. Natürlich findet man getrocknete und frische Aprikosen in allen Variationen. Dafür ist Malatya berühmt und sie sind wirklich köstlich.
Wir fahren mit dem Taxi in die Stadt und gehen in das empfohlene Zweisterne-Hotel Malatya Büyük Otel. Das Zimmer, das wir uns angucken ist blitzsauber, klein und fällt noch unter die Kategorie “freundlich”. Ich finde es “ok”, das “geht doch”. Mine guckt mich streng an “Reicht uns das denn?”. Naja. Wir gehen wieder an die Rezeption und Mine erklärt dort -wie ich später in der Übersetzung erfahre- wir kämen aus den Bergen und wären deren Weite gewöhnt und könnten es in solch einer Enge (wie dem Zimmer) einfach nicht aushalten. Der Mann versteht das zu meiner Überraschung sofort und gibt uns zwei miteinander verbundene Räume mit vier Betten. Super.
Wir ruhen ein bißchen und gehen dann in die quirlige Stadt. Finden ein schönes Restaurant in einem alten Malatyahaus und essen Hausmannskost: Manti und “Anali kizli” Köfte (“Mutter und Tochter”, große gefüllte Icliköftebällchen und kleine Bulgurkugeln in Soße). Danach ein wunderbarer Nachtisch (“cizciz” oder so ähnlich, frittierte Teigbällchen gefüllt mit Wallnüssen und darüber Sirup). Danach gehen wir noch auf den Basar. Natürlich findet man getrocknete und frische Aprikosen in allen Variationen. Dafür ist Malatya berühmt und sie sind wirklich köstlich.
28.6.09 Elazığ
Beim Frühstück kriegen wir mit, daß Michael Jackson tot ist. Wir finden das ehrlich traurig, reden viel darüber, denken an den begabten Künstler und den armen Menschen, von dessen zerissenem, schmerzhaften, versuchten Leben man mehr als ahnt. Endlich hat er Ruhe, vor sich selber und der Welt.
Wir verlängern das Auto um einen weiteren Tag und fahren damit zum See Hazar Gölü. Gehen genußvoll baden. Trinken Tee in dem schönen Garten eines Restaurants, Mine liest und ich tippe etwas, wir sitzen lange. Fahren dann nach Maden, entlang des Tigris, der hier noch recht schmal ist. Er verläuft in einem schönen Tal zwischen engen Bergen, das er sich mit der Straße und der Bahnlinie teilt. Maden ist eine Bergbauortschaft, wir steigen nicht aus. Machen auf dem Rückweg Halt und einen kleinen Spaziergang. Gehen einen Hang hinauf zu einer kleinen Hütte mit türkischer Fahne daneben. Hier hausen zwei Männer, die in Wechselschicht (immer 24h) die Gegend bewachen. Sie machen das seit 18 Jahren. Ob sie die Bahnlinie wegen der PKK bewachen (Strecke Diyabakir - Elazig)? Ist denn in den 18 Jahren mal was vorgekommen? Wir fassen die Frage absichtlich ein bißchen weit. Nö. Wahnsinn und immer noch sizten sie zu zweit da oben. Haben selber keine genaue Idee mehr von dem, was sie tun. Wir fahren zurück zum See und essen Forelle und Sac kavurma am See. Dann geht es nach Elazig zurück.
Wir verlängern das Auto um einen weiteren Tag und fahren damit zum See Hazar Gölü. Gehen genußvoll baden. Trinken Tee in dem schönen Garten eines Restaurants, Mine liest und ich tippe etwas, wir sitzen lange. Fahren dann nach Maden, entlang des Tigris, der hier noch recht schmal ist. Er verläuft in einem schönen Tal zwischen engen Bergen, das er sich mit der Straße und der Bahnlinie teilt. Maden ist eine Bergbauortschaft, wir steigen nicht aus. Machen auf dem Rückweg Halt und einen kleinen Spaziergang. Gehen einen Hang hinauf zu einer kleinen Hütte mit türkischer Fahne daneben. Hier hausen zwei Männer, die in Wechselschicht (immer 24h) die Gegend bewachen. Sie machen das seit 18 Jahren. Ob sie die Bahnlinie wegen der PKK bewachen (Strecke Diyabakir - Elazig)? Ist denn in den 18 Jahren mal was vorgekommen? Wir fassen die Frage absichtlich ein bißchen weit. Nö. Wahnsinn und immer noch sizten sie zu zweit da oben. Haben selber keine genaue Idee mehr von dem, was sie tun. Wir fahren zurück zum See und essen Forelle und Sac kavurma am See. Dann geht es nach Elazig zurück.
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