Donnerstag, 6. August 2009
27.7.09 Mersin
Nehmen um 8 Uhr den Bus vom Dorf nach Tarsus. Gehen dort zunächst zu dem Restaurant von Ibrahim. Er und seine Familie sind am Wochenende tatsächlich aus Mines Wohnung gezogen. Wir bekommen die Schlüssel der Wohnung und besprechen noch ein paar Einzelheiten. Man sollte denken, daß sich so eine Sache in Kürze abwickeln läßt. Weit gefehlt: Tee trinken, Wasser trinken, im Schatten den Schweißausbruch abklingen lassen, Grüße, Dank, Ali etc. Ibrahim weiß ja inzwischen, daß Mine Therapeutin und ich Ärztin bin und er bespricht dann noch mit Mine, die Grüße an seine nette Frau ausrichten ließ, seine Eheprobleme. Er nähme seine Sorgen wegen des Geschäftes oft mit nach Hause und sei dort ungehalten und aggressiv gegen seine Frau. Das passiert einem als Ärztin ja auch oft, daß einem gleich die Krankheiten präsentiert werden. Aber hier in der Türkei (wo es nicht so flächendeckend Psychotherapeuten gibt) bekommt man von völlig unbekannten Menschen rasch von ihren Ängsten und psychischen Problemen berichtet (der Mann, der in Kizkalesi die Liegestühle abfegt und die Sonnenschirme ausrichtet, wollte sich mit gesenkter Stimme erkundigen, was er mit seinem aufbrausenden Chef machen soll) und wollen einen Rat. Gehen danach in der Mittagshitze zu Mines leerer Wohnung und gucken nach dem Rechten. Alles ist erwartungsgemäß. Gönnen uns danach eine Pause, völlig naßgeschwitzt. Fahren dann mit dem Taxi zum Emlak. In dem kleinen Büro sind zweitweise bis zu 12 Leute. Das fällt niemandem besonders auf. Alle sind friedlich, tupfen sich den Schweiß, freuen sich über die Klimaanlage und erledigen, was zu erledigen ist. Irgendjemand hat ein Eimerchen frische Feigen mitgebracht. Das essen wir mit klebrigen Fingern. Dann eine Runde Feuchttücher und dann wieder Tee. Wir haben auch ein paar der berühmten Kirschen aus Mines Dorf mitgebracht, die wir servieren Wir regeln das Vertragliche und stellen die letzten Fragen, übergeben die Wohnungsschlüssel, tauschen E-mail Adressen aus. Danach ist erstmal getan, was zu tun war und wir hoffen auf einen guten Ausgang. Gehen wieder zur Bank wegen Konto und Internetbanking (sehr kompliziert alles, da Mine zwar türkische Staatsbürgerin ist, aber keinen offiziellen Wohnsitz in der Türkei hat). Danach gehen wir wieder zu Ibrahim, essen in seinem Restaurant und müssen ihn noch bitten, die zwei letzten Rechnungen von Strom und Wasser zu begleichen, was er zusagt. Fahren nach Mersin und wollen jetzt wirklich ans Meer und uns ausspannen.
26.7.09 Darboğaz
Wir haben gerade die Nudeln aufgesetzt. Dazu soll es geben: das zarte Grün der Zuckerrüben angedünstet in Zwiebeln und dazu Jogurt-Knoblauch-Sauce. Da ruft der Hoca, daß eine Frau im Dorf verstorben ist. Ungeachtet der Nudeln geht Mines Mutter sofort los zu dem Haus mit dem Trauerfall, um Beileid zu bekunden und zu beten. Normalerweise liegen hier zwischen Tod und Begräbnis nur 3-4 Stunden. Die Angehörigen verabschieden sich und ein grüner Wagon wird vor das Haus der Verstorbenen gebracht. In ihm wird der Leichnam gewaschen, mit Rosenwasser und Amber (und bestimmt einem Spritzer heiligen Wassers aus Mekka). Die Frauen, die das machen und auch diejenigen, die das Grab ausheben, bekommen etwas Geld von den Hinterbliebenen, sind aber keine Profis, sondern einfach Leute aus dem Dorf. Die Leiche wird in Tuch eingewickelt und dann wird der Sarg von den Männern des Dorfes zum Friedhof getragen, sie lösen sich ab, tragen den Sarg auf den Schultern. Bei der Beisetzung selber sind nur Männer auf dem Friedhof, keine Frauen. Die kommen meist am nächsten Tag erst zum Friedhof. Wenn der Tote ein schlechter Mensch war, kann es sein, daß die Erde ihn nicht nehmen will. Der Boden zittert dann und Erde wird wieder aus dem ausgehobenen Grab herausgeworfen. Mines Mutter erzählt, ein Verstorbener hätte dreimal beerdigt werden müssen, jedesmal tiefer, weil die Erde ihn dreimal wieder hergegeben hat, morgens lag er stets wieder neben dem Grab. Der Hoca muß manchmal lange beten, damit die Erde den Toten nimmt. Es kann passieren, daß der Hoca auch mal wegläuft, weil er Angst bekommt vor der noch spürbaren Bosheit des Toten. Gestern haben wir die alte Tante besucht, die wir immer besuchen. Mines Mutter erzählt, ihr Sohn sei früh verstorben an einem Herzinfarkt. Innerhalb weniger Stunden wurde auch er begraben, wie das üblich ist. Seiner Frau ist er in den Nächten darauf immer wieder im Traum erschienen, immer hat er sie gebeten, ihn doch zu befreien aus der Enge des Grabes. Sie ist gleich wegen des Traumes zum Hoca gegangen, aber der wollte den Toten nicht wieder ausgraben lassen. Als man es nach drei Tagen doch tat, hatte er sich im Gesicht und am Körper blutig gekratzt. Er war also wohl nicht tot begraben worden. Gruselig. Mines Mutter berichtet, daß eine Frau, die im Dorf kurze Hosen und ärmellose Tops getragen hatte, nach ihrem Tod von der Erde nicht genommen wurde. Man sah, daß ihre Gliedmaßen verbrannt waren, da wo sie sich nicht bedeckt hatte und sie kam natürlich in die Hölle. All das interessiert mich brennend, halt das, woran die Menschen so glauben und woran ihre innere Ordnung sich ausrichtet. Leider reißt Mine der Geduldfsfaden und sie verweigert weitere Übersetzungen für mich, fürchtet weitere Enthüllungen dieser Färbung und die Vertiefungen ihrer Mutter ins Religiöse.
24./25.7.09 Darboğaz
Wir fahren ohne Ankündigung ins Dorf von Mines Mutter. Wir fliehen zum einen aus der Hitze von Mersin in die Berge, zum anderen wollen wir noch diese Gelegenheit nutzen, Mines Mutter die Rente zu bringen und nach ihr zu sehen. Mit gemischten Gefühlen fahren wir ins Dorf, es ist immer ein bißchen ungewiss, in welcher körperlichen Verfassung man sie antrifft und vor allem in welcher Stimmung. Sie war nicht zu Hause als wir klingelten und wir begannen uns in der Nachbarschaft zu erkundigen, wo sie hingegangen ist, als wir ihre duchdringende Stimme hören, die die Straße hinaufkommt. Der Empfang ist kühl, ein knappes Hos geldiniz ohne mütterliches Beiwerk und dann gleich die Klagen, wie schlecht es ihr geht und keiner ist da für sie. Wir kennen diese Stimmung bei ihr in unterschiedlichen Nuancen, da muß erst etwas rausplatzen, anklagen und sich Luft verschaffen und erst ganz langsam kommen dann noch andere Zwischentöne dazu, die einem lieber sind und Mine etwas mehr das Nachhausekommen fühlen lassen. Auch Mines Mutter hat Probleme damit, daß wir uns diese Freiheit nehmen, so lange nicht arbeiten, unser Erspartes verplempern und das elendige Leben des Herumreisens pflegen. Keine Ahnung, wer von uns beiden wen dazu anstiftet und wozu das ganze? Aber hier die Mutter im Stich zu lassen, das findet sie nicht gut. Und gerade Mine, auf die sie sich (eine halbe Ewigkeit) immer verlassen konnte, ist jetzt auf solchen Abwegen. So oder so ähnlich mag es in ihrem Kopf klingen. Und manchmal geht sie ganz auf in ihrem Mißfallen und Unmut und kann nicht einmal fragen, mein Kind, woher kommst Du, wohin gehst Du, was triffst Du an und wie geht es Dir dabei. Auch mir kommen gelegentlich Zweifel, ob ich faul bin, ob das alles einen Sinn hat und was ich eigentlich suche. Aber zwischendurch fallen mir alle Antworten ein und ich finde es absolut richtig und notwendig, daß ich die Reise mit Mine mache. Mine hat diesbezüglich weniger mit sich zu kämpfen, muß sich deutlich weniger vor sich selber rechtfertigen, was ich beneidenswert finde.
Im Dorf kochen wir erstmal und essen gemeinsam. Mit vollem Magen lockert sich die Atmosphäre langsam. Die beiden kommen ins Erzählen und treffen sich dabei. Ich will das ganze nicht durch mein permanentes Übersetzthabenwollen stören und tippe ein bißchen im PC, froh daß sich alles findet.
Die Tage vergehen rasch mit Zusammensitzen, Essen,Teetrinken, Spazierengehen, Internetcafe, Zugucken bei einer Hochzeit und dem obligatorischen Besuchtwerden von Leuten.
Im Dorf kochen wir erstmal und essen gemeinsam. Mit vollem Magen lockert sich die Atmosphäre langsam. Die beiden kommen ins Erzählen und treffen sich dabei. Ich will das ganze nicht durch mein permanentes Übersetzthabenwollen stören und tippe ein bißchen im PC, froh daß sich alles findet.
Die Tage vergehen rasch mit Zusammensitzen, Essen,Teetrinken, Spazierengehen, Internetcafe, Zugucken bei einer Hochzeit und dem obligatorischen Besuchtwerden von Leuten.
23.7.09 Mersin
Sind um 14 Uhr wieder beim Emlak in Tarsus, um erneut über alles zu sprechen: sind für die Wohnung alle Kosten wie Wasser, Strom, Steuern bestritten oder hat sie noch irgendwelche offenen Lasten? Das Meiste kann durch Telefonieren und via Internet geklärt werden. Ein echter Vorteil wenn sich keiner um Datenschutz schert. Besprechen auch wie so eine Ermächtigung für den Emlak aussieht, sich um den Verkauf der Wohnung zu kümmern und natürlich über den gewünschten Verkaufspreis (muß leider realistisch sein). Gehen nach einer langen Besprechung wieder ins Café auf ein paar Törtchen. Danch noch ein paar Eledigungen und dann gehe ich wieder zum Frisör. Ich werde mit großem Elan und Einsatz bearbeitet als wäre mein Kopf ein Beweisstück der deutsch-türkischen Freundschaft. Es soll besonders schön werden. Es hört nicht auf, immer wieder Korrekturen und ein letzter Schliff hier und da. Ich vergehe unterdessen unter der Nylonjoppe und dem Fönen. Dank ungezählten Sprühstößen des Festigers hält alles trotz Hitze und Schweiß. Die Haare und mich mit ihnen, kenne ich nicht wieder.
Samstag, 1. August 2009
22.7.09 Mersin
Mit Mühe entscheiden wir uns zwischen den beiden Emlaks (Maklern), wählen den alteingesessenen Hasen, der seit 30 Jahren im Geschäft ist und hoffentlich einen Ruf zu verlieren hat, falls er uns übers Ohr haut. Ihn ruft Mine an und vereinbart einen Besichtigungstermin der Wohnung für heute. Dann rufen wir auch Ibrahim, den derzeitigen Mieter, an und kündigen uns an. Er ist freundlich und sagt, daß der Auszug für Sonntag geplant ist. Er hat eine neue Wohnung für seine Familie gefunden. Dann telefoniert Mine mit Ali, weil er das Geld nicht überwiesen hat und die gesetzte Frist ohne Kommentar verstreichen ließ. Er räumt ein, das alle Forderungen von Emine berechtigt sind. Sein Geld sei angelegt, er könne da zur Zeit nicht ran, er warte auf einen Scheck, habe den aber noch nicht... Mine erklärt, daß sie das alles nur interessiert hätte, wenn er von sich aus offen und ehrlich mit ihr gewesen wäre, den Kontakt von sich aus gesucht und gehalten hätte, um sich zu erklären. Jetzt aber, wo er sie so fortgesetzt hintergangen hat, interessieren seine Beteuerungen und Rechtfertigungen nicht mehr, er soll einfach nur bezahlen. Man will sich nochmals sehen.
Fahren Richtung Tarsus. Die Emlaks wollen uns um vier am Bahnhof abholen. Wir stehen an der Ecke und warten, als wir das gelbe Auto von Ibrahim sehen. Der erkennt uns auch und hält sofort. Ob er uns irgendwohin fahren könne? Und er hoffe, daß er bei uns keinen schlechten Eindruck hinterlassen habe. Nein, das hat er wirklich nicht. Wir fahren zur Wohnung, in der schon die gepackten Kisten stehen. Die Frau ist ganz still und traurig und huscht wie ein Schatten durch die Wohnung. Unsere beiden Emlaks wirken versiert, treten sicher auf, sind aber höflich und anständig mit der Frau. Bemerken gleich einen großen Fleck an der Decke, wo mal ein Abflußrohr aus den oberen Wohnungen geleckt hat. Die zentrale Lage in der Stadt finden sie gut, die Wohngegend ist gepflegt, die Wohnung zwar so, daß man ein paar Tausend Lira reinstecken muß, aber nicht schlecht. Eine kleine Terasse könnte man leicht durch einen Mauerdurchbruch ermöglichen. Verabreden uns für den nächsten Tag im Büro zu weiteren Besprechungen.
Gehen danach zur Akbank und fragen wegen Kontoangelegenheiten, Zinsen, Online banking etc, weil Mine ja ein Konto braucht für die Abwicklungen mit dem Verkauf. Danach fahren wir raus zum Otogar und wollen mit Ali sprechen und mal wieder “etwas Druck aufbauen”. Müssen ein bißchen nach der Werkstatt suchen, finden sie aber. Ali (22Jahre) ist da. In der Werkstatt wieder einiges Gewusel aus Mitarbeitern und Kunden. Ali heißt uns willkommen, Hos geldiniz. Gehen in sein Büro, sitzen bald auf krummen Stühlen, die einen nicht ganz freiwillig tragen. Überall ist Kruschel, an der einen Wand ein riesiges Regal mit Zubehörteilen aller Art für Autos. In Alis Büro ist ein unruhiges Kommen und Gehen. Dauernd will einer Geld wechseln, eine Rechnung haben oder was holen oder bringen oder fragen. Der Raum hat einen großen Durchbruch zum Nachbarraum, sodaß man schon deshalb nie ungestört ist. Die Frage nach einem diskreten Vorgehen stellt sich hier nicht. Lange warten wir darauf, daß er fertig wird, aus einem Stapel Automatten irgendeine bestimmte für einen Kunden herauszusuchen. Wir sind geduldig, obwohl sich die Sache mit den Matten für unseren Geschmack etwas zieht. Wir schwitzen. Das Vorspiel dehnt sich weiter, bis Jalousien runtergelassen sind, damit es uns nicht blendet und der Ventilator läuft, um uns zu kühlen. Tee wird nicht angeboten, auf diesen Teil der Zeremonie verzichtet er von sich aus. Endlich die Ouvertüre von Mine, wie er sich das weitere Prozedere vorstelle. Die alte Leier geht wieder los von seinen Problemen, daß er zwar Geld hat, aber zur Zeit nicht daran kommt (erst am 6.8.), Mine es aber bekommt. Mine wirft ihm seine Unehrlichkeit vor und das sie schon im November 08 (Brief) und im März 09 ihre Forderungen geltend gemacht hat ohne eine Reaktion von ihm und das er auch jetzt das Ultimatum hat verstreichen lassen. Ich sehe von meinem Platz aus Mine vor dem wandfüllenden Regal mit Autozubehör und Teilen. Das Nachmittagslicht fällt durch die Jalousette. Alle haben Schweiß auf der Stirn, Mine hat Mathildes (alte Nachbarin aus Bielefeld) rosa umhäkeltes Spitzentaschentuch in der Hand zum Abtupfen und schlägt sich tapfer. Sie hält dagegen: “Ali, du mußt mir das Geld geben, das geht nicht anders. Du mußt Dir das Geld leihen oder mir Gold geben oder sonst was”. Ali: “Ich habe niemanden, der mir etwas geben kann”. In Mines wilde Entschlossenheit fällt ein beträchtliches Loch. Ali beteuert: “Wir sind doch Freunde”. Mine: “Solche Freunde will ich nicht haben. Du mußt in Deinem Leben noch viel lernen über Freundschaft. Du bist ein Ganove. Du hast mich belogen und hintergangen”. Nach und nach wiegt das Gewicht seiner ganzen Naivität und Hilflosigkeit, aber auch Armseeligkeit schwer im Raum. Zwischendurch - ich verstehe ja nur das Nonverbale - informiere ich mich kurz über den Gang der Dinge, der mir noch unbefriedigend scheint. Ich rate, mit der Polizei zu drohen. Er sagt beklommen: “Emine Abla, das kannst du machen.”
Irgendwann sehe ich, wie sich Ali auf den Schreibtisch nahe Emine setzt. Er beugt sich vor zu ihr und man ahnt, daß er sie anfassen wird. Tatsächlich legt er kurz darauf, locker die Hand auf ihren Unterarm, beschwichtigend und gleichzeitig unangemessen weltmännisch und jovial. Sie solle ihr Geld schon bekomme.
Und dann platzt auch mir der Kragen, wir schicken uns an zu gehen, aber ich gehe auf ihn zu, beschimpfe ihn wütend, schubse ihn an beiden Schultern zurück und unsere Nasenspitzen berühren sich unfreundlich. Er zuckt nicht einmal, versteht aber naturgemäß auch nix von meiner Tirade. Als ich mich zum Gehen abwende fragt er Emine “Was hat Sie?”. Das hat natürlich schon wieder etwas Komisches.
Mine und mir ist im Gehen klar, daß wir nicht mehr auf das Geld warten müssen. Dieser Mann ist nicht bei seiner Ehre zu packen, ist nicht zu greifen, der Skupellosere gewinnt. Schweigend und aufgewühlt gehen wir zwischen den aufgeklappten LKWs und den schraubenden Männern über den Hof. Nicht unsere Welt. Aber wir haben uns ganz gut geschlagen.
Dann erzählt mir Mine von der ersten Begegnung von ihrem Bruder Yasar und Ali. Ali war ein pubertierender Junge, mit seinen kurdischen Eltern frisch aus Van gekommen. Er hing herum und war “Boyno bükük” (etwa: trauriger Mensch mit hängendem Kopf). Yasar sprach ihn einfach an und fragte, was er denn für einen Kummer habe. Sie saßen auf der Bank und der Junge erzählte, daß sie gerade aus dem Osten gekommen sind und nichts haben und ganz neu hier sind. Seitdem trafen sich Yasar und der Junge immer mal, wenn Yasar in der Türkei war.
Fahren Richtung Tarsus. Die Emlaks wollen uns um vier am Bahnhof abholen. Wir stehen an der Ecke und warten, als wir das gelbe Auto von Ibrahim sehen. Der erkennt uns auch und hält sofort. Ob er uns irgendwohin fahren könne? Und er hoffe, daß er bei uns keinen schlechten Eindruck hinterlassen habe. Nein, das hat er wirklich nicht. Wir fahren zur Wohnung, in der schon die gepackten Kisten stehen. Die Frau ist ganz still und traurig und huscht wie ein Schatten durch die Wohnung. Unsere beiden Emlaks wirken versiert, treten sicher auf, sind aber höflich und anständig mit der Frau. Bemerken gleich einen großen Fleck an der Decke, wo mal ein Abflußrohr aus den oberen Wohnungen geleckt hat. Die zentrale Lage in der Stadt finden sie gut, die Wohngegend ist gepflegt, die Wohnung zwar so, daß man ein paar Tausend Lira reinstecken muß, aber nicht schlecht. Eine kleine Terasse könnte man leicht durch einen Mauerdurchbruch ermöglichen. Verabreden uns für den nächsten Tag im Büro zu weiteren Besprechungen.
Gehen danach zur Akbank und fragen wegen Kontoangelegenheiten, Zinsen, Online banking etc, weil Mine ja ein Konto braucht für die Abwicklungen mit dem Verkauf. Danach fahren wir raus zum Otogar und wollen mit Ali sprechen und mal wieder “etwas Druck aufbauen”. Müssen ein bißchen nach der Werkstatt suchen, finden sie aber. Ali (22Jahre) ist da. In der Werkstatt wieder einiges Gewusel aus Mitarbeitern und Kunden. Ali heißt uns willkommen, Hos geldiniz. Gehen in sein Büro, sitzen bald auf krummen Stühlen, die einen nicht ganz freiwillig tragen. Überall ist Kruschel, an der einen Wand ein riesiges Regal mit Zubehörteilen aller Art für Autos. In Alis Büro ist ein unruhiges Kommen und Gehen. Dauernd will einer Geld wechseln, eine Rechnung haben oder was holen oder bringen oder fragen. Der Raum hat einen großen Durchbruch zum Nachbarraum, sodaß man schon deshalb nie ungestört ist. Die Frage nach einem diskreten Vorgehen stellt sich hier nicht. Lange warten wir darauf, daß er fertig wird, aus einem Stapel Automatten irgendeine bestimmte für einen Kunden herauszusuchen. Wir sind geduldig, obwohl sich die Sache mit den Matten für unseren Geschmack etwas zieht. Wir schwitzen. Das Vorspiel dehnt sich weiter, bis Jalousien runtergelassen sind, damit es uns nicht blendet und der Ventilator läuft, um uns zu kühlen. Tee wird nicht angeboten, auf diesen Teil der Zeremonie verzichtet er von sich aus. Endlich die Ouvertüre von Mine, wie er sich das weitere Prozedere vorstelle. Die alte Leier geht wieder los von seinen Problemen, daß er zwar Geld hat, aber zur Zeit nicht daran kommt (erst am 6.8.), Mine es aber bekommt. Mine wirft ihm seine Unehrlichkeit vor und das sie schon im November 08 (Brief) und im März 09 ihre Forderungen geltend gemacht hat ohne eine Reaktion von ihm und das er auch jetzt das Ultimatum hat verstreichen lassen. Ich sehe von meinem Platz aus Mine vor dem wandfüllenden Regal mit Autozubehör und Teilen. Das Nachmittagslicht fällt durch die Jalousette. Alle haben Schweiß auf der Stirn, Mine hat Mathildes (alte Nachbarin aus Bielefeld) rosa umhäkeltes Spitzentaschentuch in der Hand zum Abtupfen und schlägt sich tapfer. Sie hält dagegen: “Ali, du mußt mir das Geld geben, das geht nicht anders. Du mußt Dir das Geld leihen oder mir Gold geben oder sonst was”. Ali: “Ich habe niemanden, der mir etwas geben kann”. In Mines wilde Entschlossenheit fällt ein beträchtliches Loch. Ali beteuert: “Wir sind doch Freunde”. Mine: “Solche Freunde will ich nicht haben. Du mußt in Deinem Leben noch viel lernen über Freundschaft. Du bist ein Ganove. Du hast mich belogen und hintergangen”. Nach und nach wiegt das Gewicht seiner ganzen Naivität und Hilflosigkeit, aber auch Armseeligkeit schwer im Raum. Zwischendurch - ich verstehe ja nur das Nonverbale - informiere ich mich kurz über den Gang der Dinge, der mir noch unbefriedigend scheint. Ich rate, mit der Polizei zu drohen. Er sagt beklommen: “Emine Abla, das kannst du machen.”
Irgendwann sehe ich, wie sich Ali auf den Schreibtisch nahe Emine setzt. Er beugt sich vor zu ihr und man ahnt, daß er sie anfassen wird. Tatsächlich legt er kurz darauf, locker die Hand auf ihren Unterarm, beschwichtigend und gleichzeitig unangemessen weltmännisch und jovial. Sie solle ihr Geld schon bekomme.
Und dann platzt auch mir der Kragen, wir schicken uns an zu gehen, aber ich gehe auf ihn zu, beschimpfe ihn wütend, schubse ihn an beiden Schultern zurück und unsere Nasenspitzen berühren sich unfreundlich. Er zuckt nicht einmal, versteht aber naturgemäß auch nix von meiner Tirade. Als ich mich zum Gehen abwende fragt er Emine “Was hat Sie?”. Das hat natürlich schon wieder etwas Komisches.
Mine und mir ist im Gehen klar, daß wir nicht mehr auf das Geld warten müssen. Dieser Mann ist nicht bei seiner Ehre zu packen, ist nicht zu greifen, der Skupellosere gewinnt. Schweigend und aufgewühlt gehen wir zwischen den aufgeklappten LKWs und den schraubenden Männern über den Hof. Nicht unsere Welt. Aber wir haben uns ganz gut geschlagen.
Dann erzählt mir Mine von der ersten Begegnung von ihrem Bruder Yasar und Ali. Ali war ein pubertierender Junge, mit seinen kurdischen Eltern frisch aus Van gekommen. Er hing herum und war “Boyno bükük” (etwa: trauriger Mensch mit hängendem Kopf). Yasar sprach ihn einfach an und fragte, was er denn für einen Kummer habe. Sie saßen auf der Bank und der Junge erzählte, daß sie gerade aus dem Osten gekommen sind und nichts haben und ganz neu hier sind. Seitdem trafen sich Yasar und der Junge immer mal, wenn Yasar in der Türkei war.
21.7.09 Mersin
Telefonieren wieder mit unserem Atilla und beraten uns nochmals. Danach rufe ich meine Eltern an, die 48. Hochzeitstag haben. Sagenhaft. Man kann nur gratulieren zu so viel Geduld miteinander. Besorgen uns eine türkische Handynummer, da das billiger ist und wir gut erreichbar sein müssen hier im Lande. Gehen dann zur Akbank: kein Eingang auf Mines Konto. Geben in Tarsus Päckchen für Ramazan auf.
Gehen dann zu einem der vielen Emlaks, die wir in der Stadt gesehen haben. Irgendwann muß man ja auf die Bühne und sich zeigen. Wir wittern allerdings überall Verrat, Intrige, Seilschaften und Verwandschaftsverhältnisse, Vorteilnahmen und Unterschlagungen. Das Büro ist klein, die Klimaanlage läuft und verbessert die Konzentration aller. Einer der Gründe, daß Mine in all den Jahren, die Sache mit ihrer Wohnung nie richtig in die Hand nahm, sind die lebensfeindlichen Temperaturen in dieser Region im Sommer, die sehr leicht dazu führen, daß einem Mietsünder, finanzielle Verluste und die Machenschaften türkischer Großfamilien sämtlich egal sind und man einfach das Weite sucht. Die Temperaturen führen automatisch zu einem verzerrten Blick auf die Mißgeschicke des Lebens. Sollen sie doch alle machen, denkt man. Wir sitzen also in dem kleinen Büro des Maklers und zeigen die Bilder der Wohnung, beschreiben die Lage, lassen uns das Prozedere so eines Geschäftes schildern. Unsere beiden Emlaks wirken beide seriös. Sie warnen uns zum Ende des Gespräches vor schwarzen Schafen in der Branche, falls wir noch andere Makler konsultieren wollen. Die Warnung ist natürlich sehr freundlich, aber uns fällt fast nichts ein, womit sich die Spreu vom Weizen trennen ließe. Der Makler und sein Kompanion sind beides Kurden, wie unsere Mieter und Ali. Verwandschaft unter ihnen scheint aber unwahrscheinlich, da die Makler aus Diyarbakir und der Klan von Ali aus Van kommt. Was man alles bedenken muß. Wir sind insgesamt sehr angetan von unserem ersten Kontakt und gehen in eine kleine Konditorei (Brombeertörtchen und Obsttorte und Kaffee) zur Stärkung und damit sich die Eindrücke setzen. Dort fragen wir anschließend die Besitzerin, ob sie einen guten Makler kennt. Sie hat ein Haus geerbt und will es verkaufen. Sie will sich damit an einen älteren Makler, der mit seiner Tochter ein Büro betreibt, wenden. Sie gibt uns die Adresse und wir treffen kurz vor fünf dort ein. Wir werden schon erwartet, die Konditorin hat ihn angerufen und berichtet. Klima läuft. Das Büro besteht aus einem einzigen Raum von ca. 12qm. Darin stehen zwei kleine Schreibtische, eine Polstergarnitur, ein Kühlschrank, zwei kleine Schränke. Der Enkel spielt am Computer, was auch bei künftigen Besuchen immer so ist. In den Sesseln und auf dem Sofa sitzt immer jemand, oft ohne daß man erfährt, wer er ist und was er hier macht. Regelmäßig kommt ein Junge mit frischem Tee und man nippt dann am Tee oder trinkt angebotenes Wasser. Wir werden freundlich begrüßt, die Atmosphäre ist redseelig. Unser Emlak scheint ein gebildeter Mann, der sich in erster Linie freut, kultivierte Menschen (Danke!) vor sich zu haben und sich gut unterhalten zu können. Eine seiner Töchter lebt in Deutschland und er würde sie gern besuchen, hat aber furchtbare Flugangst, die ihn hindert. Es wird vom Fliegen, von Deutschland, von der türk. Küste und vielem mehr gesprochen. Ich ermutige Mine, das Thema doch ab und zu auf unsere Wohnung zu bringen. Die Unterhaltung scheint mir etwas weitschweifig angelegt. Wir nehmen den günstigsten Fall an: das mit der Wohnung ist ein kleiner Fisch für unseren Makler und wird mit links erledigt. Doch, doch die Wohnung will er wohl übernehmen und verkaufen könne man sie wohl auch. Fahren zurück nach Mersin und essen dort Leberspieße. Lecker
Gehen dann zu einem der vielen Emlaks, die wir in der Stadt gesehen haben. Irgendwann muß man ja auf die Bühne und sich zeigen. Wir wittern allerdings überall Verrat, Intrige, Seilschaften und Verwandschaftsverhältnisse, Vorteilnahmen und Unterschlagungen. Das Büro ist klein, die Klimaanlage läuft und verbessert die Konzentration aller. Einer der Gründe, daß Mine in all den Jahren, die Sache mit ihrer Wohnung nie richtig in die Hand nahm, sind die lebensfeindlichen Temperaturen in dieser Region im Sommer, die sehr leicht dazu führen, daß einem Mietsünder, finanzielle Verluste und die Machenschaften türkischer Großfamilien sämtlich egal sind und man einfach das Weite sucht. Die Temperaturen führen automatisch zu einem verzerrten Blick auf die Mißgeschicke des Lebens. Sollen sie doch alle machen, denkt man. Wir sitzen also in dem kleinen Büro des Maklers und zeigen die Bilder der Wohnung, beschreiben die Lage, lassen uns das Prozedere so eines Geschäftes schildern. Unsere beiden Emlaks wirken beide seriös. Sie warnen uns zum Ende des Gespräches vor schwarzen Schafen in der Branche, falls wir noch andere Makler konsultieren wollen. Die Warnung ist natürlich sehr freundlich, aber uns fällt fast nichts ein, womit sich die Spreu vom Weizen trennen ließe. Der Makler und sein Kompanion sind beides Kurden, wie unsere Mieter und Ali. Verwandschaft unter ihnen scheint aber unwahrscheinlich, da die Makler aus Diyarbakir und der Klan von Ali aus Van kommt. Was man alles bedenken muß. Wir sind insgesamt sehr angetan von unserem ersten Kontakt und gehen in eine kleine Konditorei (Brombeertörtchen und Obsttorte und Kaffee) zur Stärkung und damit sich die Eindrücke setzen. Dort fragen wir anschließend die Besitzerin, ob sie einen guten Makler kennt. Sie hat ein Haus geerbt und will es verkaufen. Sie will sich damit an einen älteren Makler, der mit seiner Tochter ein Büro betreibt, wenden. Sie gibt uns die Adresse und wir treffen kurz vor fünf dort ein. Wir werden schon erwartet, die Konditorin hat ihn angerufen und berichtet. Klima läuft. Das Büro besteht aus einem einzigen Raum von ca. 12qm. Darin stehen zwei kleine Schreibtische, eine Polstergarnitur, ein Kühlschrank, zwei kleine Schränke. Der Enkel spielt am Computer, was auch bei künftigen Besuchen immer so ist. In den Sesseln und auf dem Sofa sitzt immer jemand, oft ohne daß man erfährt, wer er ist und was er hier macht. Regelmäßig kommt ein Junge mit frischem Tee und man nippt dann am Tee oder trinkt angebotenes Wasser. Wir werden freundlich begrüßt, die Atmosphäre ist redseelig. Unser Emlak scheint ein gebildeter Mann, der sich in erster Linie freut, kultivierte Menschen (Danke!) vor sich zu haben und sich gut unterhalten zu können. Eine seiner Töchter lebt in Deutschland und er würde sie gern besuchen, hat aber furchtbare Flugangst, die ihn hindert. Es wird vom Fliegen, von Deutschland, von der türk. Küste und vielem mehr gesprochen. Ich ermutige Mine, das Thema doch ab und zu auf unsere Wohnung zu bringen. Die Unterhaltung scheint mir etwas weitschweifig angelegt. Wir nehmen den günstigsten Fall an: das mit der Wohnung ist ein kleiner Fisch für unseren Makler und wird mit links erledigt. Doch, doch die Wohnung will er wohl übernehmen und verkaufen könne man sie wohl auch. Fahren zurück nach Mersin und essen dort Leberspieße. Lecker
20.7.09 Mersin
Wir sind in Mersin und damit in geringer Entfernung von Tarsus und wollen den Verkauf der erwähnten Wohnung in die Hand nehmen. Am Vormittag rufen wir unseren Freund Atilla an. Zum einen wollen wir unser Treffen an der lykischen Küste besprechen, zum anderen mal seinen Rat wegen der Wohnung einholen (Wie findet man einen guten Makler? Gibt es in der Türkei beratende Vereine wie “Haus und Grund”?). Wir berichten dazu vom Stand der Dinge und unserem Besuch bei Ali und dem überraschenden Antreffen einer Familie in der leer geglaubten Wohnung. Im Umgang mit Ali, meint Atilla, könne es unter Umständen nicht schaden, ein bißchen “bedrohlich” zu wirken, um die Chancen für das Begleichen seiner Schulden (zwei Jahre lang einbehaltene Miete, die eigentlich Mine zusteht) etwas zu verbessern. Mine fragt orientierend, was sie denn tun müsse, um bedrohlich zu wirken. Atilla lehnt einen telefonischen Crashkurs zum Thema ab. Zu kompliziert? Zu aussichtslos? Wir schätzen, daß er die Spielart selber nicht gut genug beherrscht. Wir wollen uns auch nicht wirklich einarbeiten. Danach Anruf bei Ali. Das Geld sei noch nicht überwiesen, er bemühe sich aber. Er wisse im übrigen nicht, wie er Emine jemals wieder ins Auge gucken soll. Genau, richtig, Ali. Wir brauchen zur weiteren Planung unser Internet und kriegen trotz der letzten Reparatur in Malatya immer noch keine Verbindung hin mit unserem Laptop. Gehen ins nächste Internetcafe und da ist wieder einer dieser blassen, schmalen, haltungsschwachen, auf den ersten Blick unscheinbaren Frickler. Mit wenigen Handgriffen stimmt die Sache und seit Monaten können wir mal wieder wireless mit unserem PC ins Internet. Er will nix haben dafür, der Goldjunge. Setzen uns danach gemütlich ins Hotel und machen unsere Internetrecherche betreff Makler (Emlak) und Immobilienpreisen in Tarsus. Schlürfen dabei Capuccino unter der laufenden Beschneiungsanlage (Klimaanlage) in der Wahnsinnshitze dieser Stadt und finden alles schon gar nicht mehr so schwer.
Dann geht es los. Kaufen auf dem Weg zum Bahnhof ein Geschenk für Ramazan, das wir ihm schicken wollen als Gruß. Fahren dann mit dem Zug nach Tarsus. Laufen zu der Wohnung von Emine und wollen uns in Erinnerung bringen. Inzwischen will irgendein Onkel der Familie die Wohnung kaufen, damit die dort wohnen bleiben kann. Um das zu besprechen hat Ibrahim (der Mieter) bereits Namik angerufen. Soso. Wir machen nochmals klar, daß Mine die Eigentümerin ist, daß die Familie ausziehen muß und die Wohnung an einen Makler übergeben wird. Ohne ihn gibt es keinen Verkauf. Immer fürchten wir natürlich, daß man übers Ohr gehauen wird, daß die eigene kurze Präsenz nicht ausreicht, um etwas Geschäftliches zu Ende zu bringen und daß genau dieses Vakuum einkalkuliert wird. Wir brauchen einen Vertreter vor Ort, der alles abwickelt. Das ist uns ganz klar. Machen Fotos von allen Räumen, dem Eingang, dem Haus etc., um etwas systematischer und entschlossener zu wirken. Wir klingeln danach bei einigen anderen Eigentümern von Wohnungen im Haus, die Mine ja alle nicht kennen, stellen uns vor, schildern die Pläne mit der Wohnung und hinterlassen Adresse und Telefonnummer und die Bitte, Mine zu informieren, wenn etwas Seltsames mit der Wohnung passiert (Illegale Mieter?). Gehen danach schweißnaß essen und sind ganz zufrieden mit unserem Beginn. Fahren mit dem Zug zurück nach Mersin.
Dann geht es los. Kaufen auf dem Weg zum Bahnhof ein Geschenk für Ramazan, das wir ihm schicken wollen als Gruß. Fahren dann mit dem Zug nach Tarsus. Laufen zu der Wohnung von Emine und wollen uns in Erinnerung bringen. Inzwischen will irgendein Onkel der Familie die Wohnung kaufen, damit die dort wohnen bleiben kann. Um das zu besprechen hat Ibrahim (der Mieter) bereits Namik angerufen. Soso. Wir machen nochmals klar, daß Mine die Eigentümerin ist, daß die Familie ausziehen muß und die Wohnung an einen Makler übergeben wird. Ohne ihn gibt es keinen Verkauf. Immer fürchten wir natürlich, daß man übers Ohr gehauen wird, daß die eigene kurze Präsenz nicht ausreicht, um etwas Geschäftliches zu Ende zu bringen und daß genau dieses Vakuum einkalkuliert wird. Wir brauchen einen Vertreter vor Ort, der alles abwickelt. Das ist uns ganz klar. Machen Fotos von allen Räumen, dem Eingang, dem Haus etc., um etwas systematischer und entschlossener zu wirken. Wir klingeln danach bei einigen anderen Eigentümern von Wohnungen im Haus, die Mine ja alle nicht kennen, stellen uns vor, schildern die Pläne mit der Wohnung und hinterlassen Adresse und Telefonnummer und die Bitte, Mine zu informieren, wenn etwas Seltsames mit der Wohnung passiert (Illegale Mieter?). Gehen danach schweißnaß essen und sind ganz zufrieden mit unserem Beginn. Fahren mit dem Zug zurück nach Mersin.
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